Rüstzeit

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  • Freizeitveranstaltung, die von Kirchen angeboten wird und den Teilnehmenden geistliche Bestärkung (Zurüstung) geben soll.
    Das Wort "Rüstzeit" oder in der umgangssprachlichen Kurzform auch "Rüste" stammt aus dem militärischen Sprachgebrauch, wo eine Zeit der Aufrüstung die Zeit meint, in der das für die geplanten Einsätze der Armee benötigte Material, wie Waffen, Fahrzeuge, etc. aufgestockt wird. Im kirchlichen bereich knüpft die Bedeutung des Wortes bewusst daran an und meint eine "geistliche Zurüstung" für Menschen. Als biblischer Hintergrund steht Epheser 6,10-20 dafür Pate. Rüstzeiten sind in der Regel mehrtägige, kirchliche Freizeitangebote zur geistlichen Erbauung. Verbreitet ist das Wort v.a. in den evangelischen Kirchen im Osten Deutschlands. In der Zeit der DDR wurde es als bewusste Alternative zur zunehmenden Militarisierung und Aufrüstung des Staates benutzt. Gerade in der Jugendarbeit wurden in der DDR von den Kirchen viele Rüstzeiten angeboten und bildeten eine Art Gegenpol zur militärischen Früherziehung der FDJ.
    Das Wort "Rüstzeit" gehört im Zusammenhang mit kirchlicher Arbeit zu den aussterbenden Wörtern im deutschen Sprachgebrauch und wird auch in der Jugendarbeit der Herrnhuter Brüdergemeine zunehmend von dem Wort "Freizeit" abgelöst. Im heutigen Angebot der überregionalen Jugendarbeit der Herrnhuter Brüdergemeine findet sich diese Bezeichnung noch bei den alljährlich stattfindenden Kinderrüstzeiten in Ebersdorf und Kinderrüsttagen in Herrnhut und kennzeichnet damit die langen Traditionen beider Veranstaltungen.

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